Strom wechseln
Seit 1996 hat sich in der Tariflandschaft für Strom viel getan. Denn in diesem Jahr hat sich die EU dazu durchgerungen, den Strommarkt innerhalb der EU zu liberalisieren. Die Wettbewerbshüter erhofften sich von der Liberalisierung deutlich sinkende Preise. Doch die großen Konzerne versuchten mit unterschiedlichen Tricks, die Kunden am Wechseln des Anbieters zu hindern. Nachdem auch hier der Gesetzgeber immer wieder eingeschritten ist, versuchten die Energieriesen mit ihren Töchtern weiterhin den Kunden zu binden. Dabei wussten die meisten Kunden nicht, dass sie immer noch bei den großen Energieversorgern geblieben waren.
Dies hatte außerdem den Vorteil, dass der Kunde durch die enorme Anzahl von Stromanbietern kaum in der Lage war sich für einen neuen Anbieter zu entscheiden. Zudem bieten die meisten Versorger bis heute mehrere verschiedene Tarife an. Nur wenige Konsumenten haben sich der extrem komplexen Situation gestellt und sich einen neuen Anbieter gesucht. Mittlerweile hat sich diese Situation jedoch verändert. Die hohen Kosten gerade auf dem Energiesektor zwingen viele Kunden zum Handeln. Andere sind wütend oder verärgert über die „schon wieder“ gestiegenen Kosten. Wer sich heute einen neuen Stromlieferanten sucht, findet gerade durch die Vielzahl dieser Tarife ein für ihn maßgeschneidertes Modell. Zwar sorgt der Tarifdschungel bei einigen Menschen immer noch für Verwirrung, aber der Handlungsbedarf ist deutlich gestiegen.
Hinzu kommen die vielen Kunden, die glücklich von ihrem preiswerteren Stromversorger schwärmen und auch davon reden, wie leicht und problemlos der Wechsel über die Bühne ging. Diese Mund-zu-Mund-Propaganda sorgt dafür, dass immer mehr Kunden ihren bisherigen Stromlieferanten davon laufen. Leider können es die meisten Stromanbieter nicht jedem recht machen. Viele unzufriedene Kunden lassen sich deshalb negativ über ihre Probleme aus. Doch nur einige wenige geben ihrer Zufriedenheit Ausdruck. Wenn alles gut verlaufen ist, man sich nicht aufregt hat, besteht in der Regel kein Grund, sich darüber auszulassen. Deshalb sind von Fremden eingestellte Firmenkritiken mit Vorsicht zu genießen. Hier sollte man sich genauer über die Kritikpunkte informieren und diese möglichst neutral für sich bewerten.
Auch die Sorge vor einem Konkurs des Versorgungsunternehmens und damit dem Sperren der Stromleitung fehlt jede Basis. Natürlich kann auch ein Energieversorger in Konkurs gehen, dann ist auch das voraus bezahlte Geld weg; Strom wird trotzdem geliefert. Dafür sorgt das Gesetz zur Versorgungspflicht. Dieses Gesetz besagt, dass jeder Haushalt in Deutschland mit Strom versorgt werden muss! Für den Fall dass der Stromlieferant mit dem man einen Vertrag ausgehandelt hat nicht in der Lage ist Strom zu liefern, muss der lokale Anbieter einspringen und die Stromversorgung übernehmen. Diese Versorgungspflicht besteht, egal für welchen Anbieter man sich entschieden hat.